Adiabate Luftbefeuchtung für Reinraum und Labor in der Blutzentrale Linz erfolgreich geplant und installiert. @

Adiabate Luftbefeuchtung im Reinraum – maximale Hygiene und Wirtschaflichkeit

Die Blutzentrale Linz setzt auf Hochdruckdüsensysteme von HygroMatik –
mit adiabater Luftbefeuchtung unter Einhaltung strengster Hygienevorschriften zur Wirtschaftlichkeit

In den für Produktionszwecke genutzten Reinräumen der Blutzentrale Linz müssen sehr eng tolerierte Klimadaten und eine Mindestluftfeuchte eingehalten werden. Daher und wegen der unzureichenden Wirtschaftlichkeit der vorher eingesetzten Dampfluftbefeuchtungs-Systeme in der RLT-Zentrale wurde im Jahre 2013, nach einer 18-monatigen Testphase, auf eine effizientere Hochdruckdüsen-Lösung von HygroMatik umgerüstet. Seitdem regelt die adiabate Anlage zuverlässig in den Reinräumen die Luftfeuchte innerhalb der benötigten Werte und spart dabei Jahr für Jahr bei den Betriebs- und Instandhaltungskosten. "Wir sind nach wie vor mit der Entscheidung, Hochdruckdüsensysteme von HygroMatik einzusetzen sehr zufrieden.", so Lukas Rechberger, der heutige Leiter Haustechnik der Blutzentrale Linz. "Wartungsaufwand und Abnutzung des Befeuchtungssystems sind sehr gering. Daher war bisher lediglich der Austausch von Verschleißteilen im Rahmen der Wartung und Instandhaltung notwendig."

Es freut uns natürlich sehr, dass auch noch nach über 14 Jahren Betriebszeit (inkl. Testphase) die Praxis eine wirtschaftliche und technische Überlegenheit unserer adiabaten Befeuchtungssysteme bestätigt. Doch von Anfang an . . .

Höchste Hygieneanforderungen vorausgesetzt

In den Reinräumen der Klassen A bis D, die auf einer Fläche von 3.500 m² in der vom Oberösterreichischen Roten Kreuz betriebenen Blutzentrale untergebracht sind, werden aus offenen Materialien Stammzellen und Gewebe hergestellt. Dabei müssen die Luftqualität, die Temperatur und die Feuchte strenge Anforderungen erfüllen. Aufgrund der hochsensiblen Produktionstätigkeiten wird für diese Räume per Gesetz sowohl von der Anlagentechnik als auch vom Hygienezustand der höchste Standard gefordert.

Die maximal mögliche Hygienestufe ist im GMP Annex 1 definiert. Beispielsweise dürfen Reinräume der Klasse B, die als Hintergrundumgebung der aseptischen Vorbereitungen für medizinische Geräte der Reinheitsklasse A dienen, im Ruhezustand maximal 29 Partikel der Größenordnung 5,0 µm auf 1 m³ Raumluft enthalten. Zum Vergleich: In einem normalen Büro befinden sich durchschnittlich 100.000 Partikel der Größenordnung 5,0 µm in 1 m³ Raumluft.

Übersicht Reinraum Kategorien nach Annex 1 Tabelle @

Hygienestufen für Reinräume nach GMP Annex 1 

Die zuvor betriebenen Luftbefeuchter waren zu teuer

Vor dem Systemwechsel wurde bei der Blutzentrale Linz die Zuluft für die Reinräume mit elf isothermen Dampfluftbefeuchter-Systemen behandelt. Hierbei wurde eine relative Feuchte von 45 Prozent erreicht. Eingebaut waren diese Systeme in acht RLT-Anlagen mit einer maximalen Luftmenge von 135.000 m³/h. Die Höchstleistung der elf Dampfluftbefeuchter-Systeme betrug insgesamt 780 kg/h.

Die Systeme hatten sich aus verschiedenen Gründen – zum Beispiel wegen hoher Betriebskosten und Wartungsaufwendungen sowie aus Hygieneaspekten – als nachteilig und unwirtschaftlich erwiesen. Daher wurde eine Alternative zur bisherigen Dampfluftbefeuchtung gesucht.

 

Weniger Energieaufwand, niedrigere Betriebskosten mit adiabater Luftbefeuchtung

Ein österreichisches Ingenieurbüro, das auf Elektro- und Haustechnik sowie die Planung von Reinräumen im pharmazeutischen Bereich spezialisiert ist, wurde beauftragt, alternative Lösungen für den unbefriedigenden Zustand der Klimatisierung und besonders der Luftbefeuchtung zu entwickeln.

Dabei mussten besonders die engen rechtlichen Rahmenbedingungen der ÖNorm H6020 "Lüftungstechnische Anlagen für medizinisch genutzte Räume - Projektierung, Errichtung, Betrieb, Instandhaltung, technische und hygienische Kontrollen" (2007) eingehalten werden. Die ÖNorm H6020 entspricht der deutschen DIN 6022, ist aber in Bezug auf Raumklima und Raumfeuchte eindeutiger formuliert und somit deutlich strikter. Die ÖNorm H6020 ließ bis zu ihrer Novellierung im Jahr 2007 für Anwendungen im Krankenhausbereich nur isotherme Befeuchtungssysteme zu. Mit der Neufassung der Norm wurde die Möglichkeit geschaffen, auch alternative Systeme zu verwenden, wenn deren mikrobiologisch-hygienisch unbedenkliche Gleichwertigkeit mit der Dampfluftbefeuchtung durch ein Gutachten nachgewiesen wird.

Somit konnte der Einsatz eines energieeffizienten adiabaten Befeuchtungssystems in Betracht gezogen werden. Daraufhin entwickelte das Ingenieurbüro ein ohne chemische Zusätze arbeitendes Wasseraufbereitungssystem, das zusammen mit dem Hochdruckdüsen-Befeuchtungssystem HPS (ehem. HDS) der HygroMatik GmbH ein den Vorschriften und Normen entsprechendes Gesamtsystem bildet.

Nach Abschluss einer 18-monatigenTestphase, die von einem gerichtlich zertifizierten Gutachter für Krankenhaushygiene begleitet wurde, konnten die oberösterreichischen Behörden vom hohen hygienischen Standard der neuen adiabaten Befeuchtungssysteme überzeugt werden. Sie attestierten die in der ÖNorm H6020 zitierte Gleichwertigkeit zu isothermen Systemen.

HygroMatik Systeme zur Luftbefeuchtung überzeugen im Wettbewerb

In der Testphase wurde ein zweites adiabates Befeuchtungssystem eines anderen Herstellers parallel zum HPS-System von HygroMatik vergleichend getestet. Die Bewertungskriterien berücksichtigten Montage, Wartung, Haltbarkeit und Leistungsparameter der Systeme ebenso wie die Kommunikation mit dem jeweiligen Hersteller.

Die Testergebnisse belegten schließlich die Überlegenheit der HygroMatik-Lösung. So verlief die Montage beim HPS-System (System A) einfacher und deutlich schneller als beim System B des Mitbewerbers. Nach Aussage des Betreibers wurden beim System B nach der Testphase erste Verschleißerscheinungen festgestellt. Demgegenüber funktionierte das HPS-System weiterhin einwandfrei. Es konnte zudem mit einer geringen Befeuchtungsstrecke, niedrigen Betriebskosten und einer fast "trockenen Befeuchtung" überzeugen.

Damit ist eine fast trockene Befeuchtungskammer im RLT-Gerät während der Befeuchtung gemeint. Es gab keinen Niederschlag an den Kanalwänden, bis auf einen geringen Verlustwasseranteil unmittelbar am Aerosolabscheider, der direkt abgeleitet wird. Erreicht wird dieser Idealzustand durch den Einsatz von präzise arbeitenden Zerstäubungsdüsen und deren optimale Positionierung im Luftstrom.

Beim Betrieb der HPS-Systeme ergibt sich eine zusätzliche Abkühlung der Zuluft ohne weiteren Aufwand. Dadurch werden in der Klimaanlage der Energiebedarf zur Luftkühlung und die notwendige Leistung des Wasserkühlsatzes deutlich verringert.

luftbefeuchtung Befeuchtungsstrecke @

Kurze Befeuchtungsstrecke dank präzise arbeitender Zerstäubungsdüsen schafft höchste Hygienebedingungen

Die Sparziele wurden erreicht

In der Blutzentrale Linz wurden alle elf bestehenden Dampfluftbefeuchter auf acht HPS-Systeme umgerüstet und seitdem jährlich Betriebskosten eingespart. Zusätzlich hat der Betreiber zwei weitere RLT-Anlagen mit HPS-Systemen ausgestattet, so dass jetzt mit einer Gesamtbefeuchtungsleistung von 1.100kg/h 158.000m³/h Zuluft befeuchtet werden können.

Fazit

Das beschriebene Komplettsystem wurde erstmals 2007 mit einer behördlichen Genehmigung in Reinraumbereichen der Klassen A bis D eingesetzt und erlaubt seitdem erfolgreich auch die Verwendung im Krankenhaussegment. Durch die Koppelung der Systeme Wasseraufbereitung und Hochdruckdüsenbefeuchtung konnte eine Luftqualität erreicht werden, die einerseits den gesetzlichen Bestimmungen entspricht und andererseits im Rahmen von laufenden hygienischen Überprüfungen auch nachgewiesen reproduzierbar ist.

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